Tipps in einer herausfordernden Zeit (gesammelt)

20.3.2020

In der jetzigen Zeit ist es ganz schwierig den Alltag aufrecht zu erhalten. Was hilft ist sich eine Tagesstruktur, die der eigentliche Tagesstruktur ähnelt, aufzubauen. Ich weiß, dass kostet viel Disziplin, vor allem wenn wir sehr verunsichert sind. Trotzdem können wir uns an Strukturen gut festhaten und sie helfen uns über die schwierige Zeit, wo wir uns oft hilflos fühlen. So können sie SELBST WIRKSAM BLEIBEN:

  • Stehen sie ungefähr um die Zeit auf, wie immer, wenn sie normalerweise duschen, dann tun sie das, ansonsten bleiben sie bei ihrer anderen Morgenroutine. Ziehen sie sich jeden Tag an, nicht nur Pyjama oder Jogginhose.

  • Überlegen sie, was heute zu tun ist. Wenn sie Kinder haben, dann besprechen sie mit den Kindern, was sie schulisch heute zu erledigen haben, wie sie sich das mit Pausen einteilen können. DAS GIBT IHNEN UND IHREN KINDERN SICHERHEIT UND STABILITÄT

  • Sie selbst teilen sich auch die Aufgaben für den Tag ein, am besten schreiben sie dies auf um es auch abzuhaken. Es ist ein gutes Gefühl, wenn Dinge erledigt sind.

  • Holen sie sich gute Dinge in den Alltag. Spielen sie Lieblingsspiele, telefonieren sie mit wichtigen Menschen, erinnern sie sich an schöne Ereignisse. Kochen sie sich Lieblingspeisen, oder probieren endlich das Rezept aus, dass sie schon immer wollten. Versuchen sie neue Übungen, die sie im Internet gefunden haben und sie anscheinend fit halten. Haben sie viel Spaß dabei. 

  • Nutzen sie "Ruheräume" in ihrer Wohnung, wenn sie merken, es wird eng, sie werden reizbarer. Achten sie darauf sich rechtzeitig kurze Ruhepausen zu gönnen.  In Zeiten, wie diesen muss man auch die kleinste Wohnung in Zonen teilen. Wenige haben für alles eigene Zimmer. Ein bequemer Sessel eignet sich als Rückzugsort. 

    Viel Energie und Kraft für die Zeit.    

23.3.2020

  • Sich jetzt nicht so effizient zu fühlen, oder wenig Antrieb zu haben, ist ganz normal. Auch wenn wieder alles "normal" läuft, werden wir nicht mehr so schnell "normal/wie gewohnt" laufen. Durch diese ungewöhnlichen Herausforderungen sind wir die ganze Zeit gefordert zu optimieren, Lösungen zu finden und das kostet sehr viel mehr Energie. Daher sind sie nicht streng mit sich. Mit ihnen ist alles in Ordnung, es ist eine Reaktion auf die ungewöhnliche Situation. 

24.3.2020 

  • Sich müde und matt schon in der Früh fühlen  hat oft mehrere Gründe, schlafen sie nicht sehr viel länger als gewohnt, dass tut der Psyche nicht gut und macht uns depressiver. Stehen sie ungefähr zur gewohnten Zeit auf. Vielleicht tun sie mal was ungewöhnliches und suchen sich eine Workout/Gymnastik/Yoga-Einheit auf Youtube und Co und bewegen sich gleich mal in der Früh! Bewegung ist sehr gut für die Psyche und sie bekommen mehr Schwung!! 

  • Führen sie ein kleines Tagebuch über die Gedanken und Ideen die sie derzeit haben. Lassen sie mal das ABER weg und schreiben nur den Anfang des Satzes auf. Den Teil des Satzes nach dem Aber, der wird in diesem Tagebuch NICHT reingeschrieben, der ist für dieses Tagebuch nicht wichtig! 

  • Und für heute noch, wenn sie merken, ihr Körper ist sehr "schwer", dann wäre um die Mittagszeit, nach dem Mittagessen vielleicht eine kleine 15-20 Minuten-Einheit "Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen" eine gute Idee um wieder in die Gänge zu kommen! 

25.3.2020 

  • In einer Zeit, wo Informationen so inflationär zur Verfügung gestellt werden, sind wir mit der Flut sehr überfordert. Wir können so viel Information nicht verarbeiten und das führt zu Überforderung und Ängsten. Nehmen sie sich bewusst vor, Informationen zu filtern. Das können sie machen, indem sie sich höchstens 1 -2 Mal pro Tag informieren. Wählen sie die Informationsquellen gut aus. Widerstehen sie der Verführung, doch noch diesen und jenen Beitrag zu sehen, zu hören, im Internet zu suchen. 1 Mal pro Tag die neuesten Informationen reicht, das können wir verarbeiten. Und denken sie dran, Falschnachrichten lassen immer essentielle Informationen aus, wenn sie genau darüber nachdenken, ergeben sie oft keinen Sinn. Darüber nachdenken kann man aber nur, wenn man nicht in der Flut der Informationen untergeht. Informations-Fasten ist angesagt. Eine gute Informationsmahlzeit pro Tag reicht! 

26.3.2020 

  • Es ist nicht so leicht, geduldig und rücksichtsvoll zu sein, wenn dauernd jemand da ist. Je enger die Wohnung um so mehr Herausforderung. Da wird es eventuell einen "Ruheplan" brauchen. Wann ist Ruhe angesagt, wann ist Aktivität angesagt. Dass Ihre Spannung derzeit erhöht ist, ist eine normale Reaktion auf die Situation. Dass dies aber nicht zu ihrem oder zum Schaden ihrer Lieben ausartet, ist es wichtig Wege zu finden die Spannung abzubauen auch auf engen Raum. Notfalls raus gehen und kurz um den Häuserblock gehen, bis die Spannung weniger wird. Ansonsten reden sie darüber wie es ihnen geht. Falls sie merken was sie stört, versuchen sie mit ihrer Familie Lösungen zu finden, damit jeder zur Ruhe kommen kann und sie die Spannung besser regulieren können. Rufen sie Freunde an, besprechen sie es mit Menschen denen sie vertrauen. Sollte das nicht gehen, kontaktieren sie als Frau 0800 222 555, www.aoef.at; als Mann www.maenner.at Tel. 01 603 28 28, sollte eine Krise für Männer und Frauen auftauchen, dann http://www.kriseninterventionszentrum.athttps://www.psd-wien.at/service/kontakt.html und noch einige mehr hilfreiche Stellen. Rufen sie lieber einmal öfter an, bevor zu Hause Dinge passieren, die sie nicht möchten und ihnen und ihren Lieben schaden. Patientinfo für Psychotherapie https://www.psychotherapie.at/sites/default/files/files/patientinnen/PatientInnen-Coronavirus-Infos-Hotlines-OEBVP-Maerz-2020.pdf
     

        

  • Sollte es trotz beengten Raum möglich sein Sport zu machen - eine wunderbare Form Spannung abzubauen. Vielleicht haben sie früher etwas gut gekonnt, Dinge getan, die auch jetzt in eingen oder auch weiteren Raum, je nach Wohnsituation möglich ist. Basteln, Stricken, Vogelhäuser bauen, Möbel anmalen, Sockelleisten montieren, Regale neu positionieren ... Einkochen, neue Rezepte ausprobieren .... kleine Übungen wie Qigong oder Tai Chi es anbietet .... 

27.3.2020 

  • Die Frage, die große zumindest, "Was machen wir das Wochenende", können wir uns sparen, trotzdem überlegen sie, wie sie die Tage anders gestalten können. Gibt es einen netten Film, den sie sich anschauen möchten, eh schon lange. Ausschlafen, mal den Computer nur zu privaten Zwecken verwenden. Für interaktive Brettspiele mit Freunden. Die Häuserblockrunde leicht erweitern. Vielleicht heuer doch die persönliche Tomate ansähen und beim Wachsen zusehen, wächst besonders gut in Kombination mit Basilikum und Erdbeere in einem Topf. Mit Morzarella angerichtet alle drei, sind dann später lecker. Was tut mir gut, was möchte ich heute für mich tun, das ist am Wochenende die Frage! 

  • Eine sehr nette Idee ist https://www.zusammen-leiwand.at 

        20.4.2020

    • vieles hat sich getan. Der Unmut wird auch bei Ihnen steigen und noch eine Joga Secssion wenn ich vorschlage wird nicht mehr wirken. Wichtig sind Perspektiven, sie werden sich selbst schon einige "zusammengebaut" haben. Jedoch ist durch die eingeschränkte Wahlmöglichkeit auch der Handlungsspielraum klein. Bessel van der Kolk beschreibt sehr gut, dass wir uns physisch bewegen und in die Handlung kommen können, dann tut sich auch unser Geist leichter. Wenn wir Dinge für uns "begreifbar", "angreifbar" machen, kommen wir gut zurecht. Daher bleiben sie im TUN, was auch immer es sein mag. 

     

    30.3.2020

    • Und wir sind in Woche drei, des "LEBENS NEU". Sie sind wieder aufgestanden, super, sehr gut. Tage nach der Zeitumstellung generell schwierig. Wichtig ist, sie haben es wieder geschafft. DAS HABEN SIE GUT GEMACHT! Ein guter Weg, die Strukur auch diese Woche weiter zu schaffen. Seien sie ruhig stolz auf sich.  Sind sie wertschätzend zu sich! Ich hab vor kurzem bevor dies alles gestartet hat vom Reinhard Haller ein Buch gekauft "Das Wunder der Wertschätzung", es gefiel mir damals sehr gut, jetzt hat dieses Buch ein wunderbares Fundament bekommen.

    • Vor einiger Zeit hab ich sehr gehadert mit der Wertehaltung, die in unserer Gesellschaft modern geworden ist, dass "Gutmensch" ein Schimpfwort geworden ist, hat mich sehr erschüttert. Wir brauchen Wärme, Zuneigung und  Anerkennung und egal wie digital, wie modern und wie viele Follower wir haben, dass ist nicht ersetzbar. Dies kann körperliche Anwesenheit, soziale Verbundenheit niemals ersetzen. Unsere grundlegenden Bedürfnisse. Willkommen im neuen sozialen Miteinander, ein Miteinander, für das wir bekannt waren, da ist es wieder. Das Land der Freiwilligen, der Menschen die einander helfen und zugetan sind. So viele Initiativen zeigen dies!!!

    31.3.2020 

    • Die gestrigen Nachrichten werden wenige gefreut haben. Daher gehe ich darauf gar nicht mal ein. Mir ist heute eine Übung aus der Kommunikation eingefallen. Das ist eine meiner Lieblingsübungen, da es eine wunderbare Art ist, zu hören und zu spüren, was andere sagen, gemeint ist das AKTIVE ZUHÖREN. Das ist jenes zuhören, wo ich dann in eigenen Worten das gehörte wiedergeben kann, dass ist das Zuhören, wo man nicht während dem Zuhören schon die Antwort formt oder Bezüge zum eigenen Leben herrstellt. Ich glaube, dass tut uns allen sehr gut, wenn wir in den digitalen Kontakten mal ausprobieren, den anderen wirklich zuzuhören, zu versuchen, dass zu spüren, was der andere spürt (Warum ich fühle, was du fühlst: Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone Bauer, Joachim). Oder wie Maria Schönherr es formulieren würde "In den Mokassins der anderen gehen". Das ist eine Möglichkeit, wie Empathie gelebt werden kann. Viel Spaß beim Ausprobieren. Was für Ressonanz löst echtes Zuhören (aktives Zuhören) bei mir, oder bei meinem Gegenüber aus. Wie fühlt sich das an? Ich vermute, es tut gut! 

    1.4.2020. 

    • Leider kein Aprilscherz, wir sind alle noch zu Hause und in Woche 3 wird sich bei vielen schon der Unmut. Das ist ganz verständlich. Alles soll weiterlaufen und Leistung soll erbracht werden, aber das ist nicht so einfach. Lassen sie ruhig PLatz für ihren Ärger, versuchen sie ihn zu benennen, ob sie es aufschreiben, sagen, oder rauslaufen, suchen sie sich ein gute Variante. Es ist vielleicht auch ein guter Zeitpunkt ein Für und wieder Liste zu machen. Was ist gut, was läuft gut, was gefällt mir an der Jetzt-Zeit, was möchte ich nicht, was würden sie anders lösen. Wie geht es ihnen mit der geringen Wahlmöglichkeit? Welche Gefühle löst sie in ihnen aus. Fokussieren sich auch darauf, was auf der Liste steht, was gut gelaufen ist. Da können sie sehr stolz auf sich sein, das war unter erschwerten Bedingungen! Vielleicht ein interessanter Beitrag um in den nächsten 6 Tagen nachzuhören https://oe1.orf.at/player/20200331/592688. Auch gerne kritisch und positive zu sehen, es zu differenzieren. 

    • Machen sie es weiter gut, nehmen sie sich jeden Tag kurz Zeit, dass zu benennen, was gut läuft, das andere läuft ja eh immer mit .... die Selbstkritik ;-) Also Fokus auf das kleine und große Gelungene des Tages. 

    3.4.2020 

    • Es ist ganz schön viel los, die unterschiedlichen Aussagen machen sie sicher wirr und manchmal auch ärgerlich. "Na nun was den jetzt...." sie oder auch ihr Umfeld wird ev. nicht mehr so gut mit der Situation umgehen können. Ja das ist legitim. Das ist auch sehr herausfordernd und Kraft raubend. Gefühle sind Gefühle und sie sind legitim! Auch wenn es die nicht so beliebten "Schattengefühle" sind. Wichtig ist, dass sie sich, wenn auch die viel Kraft kosten, versuchen abzulenken. Sich mit jemanden ausstauschen, sich gute Musik rein geben, was machen, was sie gerne tun ..... zum Auftanken! 

    7.4.2020 

    • Es sind Osterferien, zumindest für die Schüler und Schülerinnen, aber fühlt es sich auch so an? Vielleicht ist es gut, die sozialen Kontakte jetzt anders zu gestalten, zumindest ähnlicher dem, wie man es in freien Zeiten täte. Es kann sein, dass sie sich erschöpft sind, durch das viele Struktur halten, durch das 24 Stunden mit Menschen, oder dauernd ohne Menschen. Die neue Situation kann sehr erschöpfend sein. Daher ist es gut, dass es Perspektiven gibt, den wir sind so "programmiert", dass wir Perspektiven brauchen. Kindern hilft das nicht ganz so, da sie Kontakt nicht so halten können, wie Erwachsene, sie leben von den "zufälligen" Kontakten die den ganzen Tag in der Schule, etc. passieren, ohne viel Aufwand. Kinder können durch Isolation Ängste entwickeln und daher ist es wichtig, dass auch ihnen erklärt wird, dass es vorbei geht und dass sie wieder Freunde haben werden.

    •     Weitere Tipps in einer Herausfodernden Zeit einfach anklicken ab 20.3.30 gesammelt 

      Kleine Tipps oder Fragen kann ich auch per Mail beantworten, wenn sie mir schreiben möchten

    praxis@viehhauser-mueller.at

    https://www.vienna.at/psychiater-ueber-das-coronavirus-was-man-jetzt-fuer-die-seele-tun-sollte/6556012?fbclid=IwAR1n3_MMsc76Xr9Ct8RgsKddLuBfpBcWEXaX4svZbbg7mTi3zO1-8mqyR2c